Kartographie der Möglichkeiten

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Städtebauliche Situationen sind vielschichtig. Einzelne Kennwerte wie Dichte oder Geschossflächenzahl sind alleine betrachtet nicht aussagekräftig. Um den Charakter von Stadtstrukturen zu beschreiben, benötigt man mehrere Dimensionen also eine Vielzahl von Eigenschaften. In ihrer Summe dienen sie als Vergleichsgrundlage, unabhängig davon, wie man die einzelnen Werte bewertet. Diese unterschiedlichen Eigenschaften können voneinander abhängen, sich gegenseitig bedingen, widersprechen oder ausschließen.

Betrachtet man urbane Gefüge in mehrere Dimensionen, ohne zu pauschalisieren oder zu generalisieren, lassen sich diese allerdings nicht mehr intuitiv vergleichen und sortieren. Die Untersuchung wird zwar präzise aber zunehmend unübersichtlich.

Wir möchten in dem Diplombegleitfach erkunden, inwiefern uns der Computer dabei helfen kann, trotz multi-dimensionaler Kriterien die Orientierung zu behalten. Wie lassen sich Aussagen und Vorhersagen für den Städtebau treffen, in Abhängigkeit von den eigenen Zielvorstellungen? Wie lässt sich eine Brücke zwischen die Kennzahlen und Erscheinungsform schlagen?

Aufgabenstellung:

Wir werden in dem Diplombegleitfach einfache, unterschiedliche semantische Stadtmodelle für den Aufgabenbereich erstellen und diese mit dem Computer analysieren. Auf Grundlage der Analysedaten werden die Variationen automatisch mit selbstorganisierenden Karten arrangiert und nach Ähnlichkeiten sortiert. Damit dienen die Karten als  experimentelles  Instrument zum Operationalisieren von Stadtstrukturen und zur Orientierung im Feld der Möglichkeiten.

Variantenbildung:

Erstellen Sie eine Vielzahl von schematischen Varianten in einem semantischen Stadtmodell. Definieren sie Die Bebauung, die Lage besondere Interessenschwerpunkte und die Erschließung.

Schätzen sie den erwarteten Fußgänger-verkehr zwischen den einzelnen Objekten in einer Tabelle ab. Kennzeichnen sie zeichnerisch wichtige Sichtachsen.

Analyse

Computergestützte Analyse der Varianten. Wähle Sie eine Anzahl von Kennwerten aus, die automatisch mittels Software für alle Varianten analysiert wird. Dazu zählen unter anderem Verkehrsaufkommen, Sichtbarkeiten und Zentralität.

Kartographierung

Die Testplanungen werden mit Hilfe von selbstorganisierten Karten zu einem Übersichtsplan sortiert. Varianten mit ähnlichen Eigenschaften liegen nah beieinander, Cluster werden gebildet.

Abgabe

  • Mehrere Testplanungen als semantische Modelle. Wir stellen ein Vectorworks Framework zur Vefügung, in dem diese schnell und bequem erstellt und exportiert werden können. Gebäudekubaturen, Gebäudenutzung, Gebäudeeingänge und Strassen werden fixiert.
  • Computergestützte Analyse der Studien: Die Studien sollen mit Programmen (Processing), die wir anbieten, analysiert werden sollen. Als Ergebnis gibt es für jede Studie verschiedene Analysediagramme, die Teil der Abgabe sind.
  • Sortierung und Clusterung der Varianten in selbstorganisierten Karten. Der Datensatz aus den Modellen und den Analysen wird mit Software (Processing) zu Karten sortiert, die exportiert werden und als Ausdruck und Datei mit abgegeben werden.
  • Interpretation der Ergebnisse und des Ansatzes (max 500 Wörter)

Termine

Einführung: Montag, 25. Februar 2013, 11.00 Uhr
Gebäude HPZ, Etage F

Die Eingangsbesprechung findet in der Professur für CAAD, im HPZ Gebäude Etage F statt. Die Termine der Zwischenbesprechungen erfolgen nach Absprache.

Übergabe Software, Definition von Schnittstellen

Zwischenkritik der Ergebnisse, Justierung.

Abgabe der Ergebnisse